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Als Verfolgungswahn bezeichnet man das krankhafte, durch einen neurologischen Defekt hervorgerufene Gefühl eines Menschen, verfolgt und gejagt zu werden. In den seltensten Fällen stimmt die Rezeption des am Verfolgungswahn Erkrankten mit der Realität überein.

TypologieBearbeiten

Menschen, die unter Verfolgungswahn leiden glauben, hinter jeder Ecke würde eine sie bedrohende Gefahr lauern. Im Laufe der Erkrankung entwickeln sie Verschwörungstheorien, die ihre gestörte Wahrnehmung untermauern und den Wahn verstärken. Besonders häufig ist diese Erkrankung bei Usern von offenen Wiki-Systemen zu beobachten. Benutzer, die sich nicht respektiert und angemessen gewürdigt fühlen und deren Beiträge von anderen Benutzern und Admins als schlecht oder löschwürdig bezeichnet werden meinen, man hätte sich gegen sie verschworen. Daraufhin flüchten sie sich in abstruse Behauptungen, beginnen herumzuschimpfen und entwickeln obskure Theorie, warum man ihre Beiträge nicht umgehend mit Lob und Auszeichnungen überschüttet.
Der Verfolgungswahn geht einher mit der manisch-depressiven Erkrankung (oder umgekehrt), die für den Erkrankten wie eine Droge wirkt. Die Entwicklung von abstrusen Verschwörungstheorien füllt das Leben komplett aus und alle Mitmenschen des Erkrankten und selbst Haustiere und Pflanzen werden für diesen zu potentiellen Aliens, Geheimdienstagenten, Terroristen, Außerirdischen und Massenmördern.

BeispieleBearbeiten

Die Redaktion hat hier einige Beispiele aus Tagebuchaufzeichnungen von im Verfolgungswahn befindlichen Menschen zusammengetragen, um die Auswirkungen dieser Krankheit anschaulich zu verdeutlichen:

Tagebuch von Francois Mouton aus Trier - Eintrag vom 23.08.2004Bearbeiten

Gegen 8 Uhr in der Frühe wachte ich auf. Ich hatte in der Nacht von einem vollbärtigen Jack Russel Terrier geträumt, der mich durch die Fußgängerzone verfolgte und immer wieder versuchte, mein Schienbein zu begatten, ich glaube es war der Hund meiner Nachbarin Frau Roswitha Bruns-Schnüttgen, die mich schon seit Monaten immer so böse anschaut, wenn ich ihr im Treppenhaus begegne - sie arbeitet bestimmt für die Hisbollah und weiß, dass ich den Terrorismus der Palästinenser nicht gut finde. Ich muss aufpassen, dass ich ihr gegenüber keine falschen Bemerkungen in dieser Richtung mache, sonst steht morgen ein Selbstmordkommando der Hisbollah vor meiner Tür und foltert mich zu Tode. Ich bin dann erst mal unter die Dusche gegangen, das Wasser hatte eine verdächtige Farbe und roch so komisch nach Blausäure. Wahrscheinlich steckt Frau Schnüttgen mit den hiesigen Wasserwerken unter einer Decke und versucht mich zu vergiften. Als ich mich rasierte, bemerkte ich, dass die Klinge meines Nassrasierers schärfer war als sonst, schnitt mich am Kinn und fing böse an zu bluten. Oh Gott, die Verkäuferin im Schleckermarkt gestern hat bestimmt heimlich die Klingen ausgetauscht, als ich nach meiner Geldbörse gekramt habe - muss ich jetzt verbluten? Ich rief die Polizei an und setzte eine Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen die Verkäuferin auf, doch in der Leitung knackte es die ganze Zeit so komisch - Scheiße, ich werde abgehört! Ich legte mitten im Gespräch auf und ging zu Fuß zur Wache, das schien mir sicherer. Auf dem Weg begegnete ich dann dem Terrier aus meinem Traum und bekam eine massive Angstattacke, als er begann, mein Schienbein zu begatten. Ich riss einer Passantin ihren Regenschirm aus der Hand und prügelte auf das monströse Tier ein bis es sich nicht mehr bewegte, dann hörte ich die Polizeisirenen auf mich zukommen. Ich versuchte zu fliehen, doch ein großer Polizist mit einem Turban legte mir Handschellen an und zwängte mich mit Gewalt in den Polizeiwagen. Jetzt haben sie mich, sie werden mich foltern und herausfinden, dass ich gegen die Hisbollah bin, alle stecken unter einer Decke, ich werde mich in meiner Zelle am besten sofort erhängen, die Folter überlebe ich eh nicht.

Tagebuch von Bianca Großglock aus Berchtesgaden - Eintrag vom 02.04.2001Bearbeiten

Seit fünf Wochen nun traue ich mich nicht mehr vor die Türe zu gehen. Nachdem ich mir vor zwei Monaten die Brüste hatte vergrößern lassen, starrten mir alle Männer, denen ich auf der Straße begegnet war nicht mehr in mein verpickeltes Gesicht sondern immerzu auf meine Glocken, Körbchengröße D+. Daraufhin habe ich es vorgezogen, zu Hause zu bleiben, alle Fenster abgehangen und vorsorglich das Telefon abgestellt, damit ich keine obzönen Anrufe bekomme. Gestern Nacht hat ein Stalker, der mich seit Wochen verfolgt, an meiner Tür geklingelt und behauptet, er wolle nur eine Thunfischpizza vorbeibringen. Ich hatte zwar eine bestellt aber der Mann, der da vor meiner Haustür stand, war definitiv nicht der Pizzabote. Ich glaube zu wissen, dass er hat etwas mit der amerikanischen Pornoindustrie zu tun und ich bin mir sicher, dass die mich entführen wollen, damit ich in diesen Schmuddelfilmen mitspiele. Vielleicht wollen sie mich auch an einen reichen Scheich in Saudi-Arabien verkaufen...Was soll ich nur tun?

Anmerkung der Redaktion: Bianca Großglock ließ sich zwei Wochen später zum Mann umoperieren und lebt jetzt unter falschem Namen als Dieter Schmitz in Köln am Friesenwall 17 - Telefonnr. +49/221/349 87 60

Tagebuch eines anonymen Autors der Locopedia - Eintrag vom 10.06.2001Bearbeiten

Am Samstag abend habe ich dann diesen Hammerartikel über Jeans verfasst, für den ich wochenlang recherchiert hatte und der den Finger genau in die Wunde legte. Es war klar, dass ich mir mit diesem Werk viele Feinde machen würde und promt wurde der Artikel dann noch in der gleichen Nacht von einem Agenten des BND, der in der Locopedia als selbstherrlicher Administrator auftritt mit der fadenscheinigen Begründung gelöscht, er sei "Schrott". Er wurde zwar von einem anderen Admin wiederhergestellt aber nur, um mich in Sicherheit zu wägen. Ich muss jetzt verdammt aufpassen, was ich schreibe - ich stehe auf einer schwarzen Liste und werde beobachtet. Wahrscheinlich ist auf meiner Festplatte schon einer dieser neuen Trojaner installiert, der alle meine Daten direkt an den Geheimdienst weiterleitet. Jesus, hilf mir - ich muss jetzt ganz stark sein und darf mich nicht einschüchtern lassen. Ich bin das Medium der Wahrheit, in mir lebt die Weisheit des Universums, ich bin der Quell der Aufklärung und keiner kann mich stoppen.

Letzten Worte eines verzweifelten Hamsters -Eintrag 12.06.2007 Bearbeiten

Heute ist es endlich soweit, Doktor Bomsel hat meine neuen Tabletten bekommen. Jetzt müssten die Stimmen in den Wänden eigentlich aufhören mit mir zu sprechen, doch noch höre ich das russische Artilleriefeuer. Die Schreie der verwundeten Soldaten und schlecht gespielte Jazzmusik. Zwischendurch dieses penetrante "Jaaaquellineeeee"...ich kann nicht mehr..ich kann einfach nicht mehr...mir bleiben nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich nehme mir mein kümmerliches Leben..oder..und das würde bedeuten ich muss meine Wohnung verlassen, ich sage meinen Nachbarn sie sollen bitte leiser sein.

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