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Günter Hinterfrager, Journalist,interviewt den FDP-Anhänger Boldo Osterbrandung.

Günter Hinterfrager: Herr Direktor Dr. Osterbrandung, weshalb wählen Sie nur die FDP?

Boldo Osterbrandung: In dieser Partei sind, im Gegensatz zu den anderen, ganz schlaue, gewitzte Füchse.

Obwohl sie hauptsächlich die Interessen der Besserverdiener vertritt,also von etwa 3% der Bevölkerung,

erreichen sie, dass manchmal 10% oder noch mehr der Bevölkerung dieser Partei ihre Stimme geben.

Und was noch hinzu kommt: Ich bin selber einer der Besserverdiener.

G.H.: Was halten Sie von Steuersenkungen?
FDP Froelichkeit

B.O.: Kann ich nur begrüßen.Vor allen Dingen müssen die Vielverdiener steurlich massiv

entlastet werden. Es ist doch eine blanke Unverschämtheit, dass die Leistungsträger

der Gesellschaft für ihre Tüchtigkeit bestraft werden.

G.H.: Aber von diesen Steuersenkungen würden die mittleren und teilweise auch die unteren

Einkommensklassen weniger profitieren.

B.O.: Na und ? Dann sollen sie sich halt mehr anstrengen. Faulheit und Bequemlichkeit

muss nicht belohnt werden.

G.H.: Wie denken Sie über Sozialleistungen, sprich Hartz IV ?

B.O.: Sowas gehört ersatzlos abgeschafft.

G.H.: Meinen Sie das wirklich im Ernst? Wollen Sie Millionen von Menschen einfach dem Elend überlassen?

B.O.: Nein, natürlich nicht. Ich habe da einige einfache, aber geniale Ideen ausgebrütet. Ich weiß auch wie das Problem der

Massenarbeitslosigkeit gelöst werden kann.

G.H.: Berichten Sie mal bitte, Herr Dr.Osterbrandung!

B.O.: Ein großes Problem für die oberen 500 000, also die Besserverdiener unter den Besserverdienern, die Leistungselite

unseres Volkes, ist doch die Tatsache, geeignetes Personal für Haus, Garten und persönlichem Fuhrpark zu finden.

Millionen, jetzt noch arbeitslos, könnten als persönliche Hilfskräfte für diese wirtschaftliche, geistige Oberschicht dienen.

FDP 1
Werden Sozialleistungen für diese Untüchtigen gestrichen, werden sie sicher diese

Jobs annehmen. Ich selbst könnte für mein Villenanwesen ohne weiteres 20 zusätz-

liche Hilfskräfte beschäftigen. Machen dies nur 150 000 von den Besserverdienern,

sind dies bereits 3 Millionen zusätzliche, neue Arbeitsplätze.

G.H.: Wie viel Entgeld wollen Sie solchen Leuten bezahlen?

B.O.: Ich dachte so an 200 €.

G.H.: Pro Woche?

B.O.: Nein, pro Monat. Ich weiß, dies hört sich wenig an. Aber Kost Logis wären bei mir frei. Den alten Reitstall von meinem

Anwesen würde ich entsprechend, zwar bescheiden, aber sauber, renovieren lassen.

Als Essen können die Hilfskräfte natürlich nicht Kaviar und Trüffel erwarten. Einmal pro Woche gäbe es Graupen- oder

Linsensuppe, vielleicht für die Fleißigeren auch ein Wiener Bockwürstchen als Protein-Einlage, einmal Bratkartoffeln

und einmal Seelachsfilet. Das wären schon drei Mittagessen, ein viertes könnte sein Dampfnudeln oder Eierpfannkuchen,

ein fünftes Reibeplätzchen mit Apfelmus, ein sechstes arme Ritter. Für Sonntag würde dann auch was Besonderes

serviert, z.B. Frikadellen mit Pommes frittes und rote Beete aus dem Glas.

G.H.: Trotzdem sind 200€ pro Monat sehr wenig. Das ist ja schon Ausbeutung. Jeder muss schließlich auch Kleidung
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und Schuhe kaufen.

B.O.: Dies wird von mir gestellt. Die Neulinge erhalten von mir, durch meinen Butler über-

reicht, einen blauen Overall. Ihr Vorname wird vorne auf der Brust und hinten auf dem

Rücken deutlich zu lesen sein,damit ich und meine Familie sie auch ansprechen

können, falls sie wir ihnen mal begegnen sollten.

G.H.: Dürfen die Hilfskräfte, also ihre Diener, Sie auch mit Vornamen ansprechen?

B.O.: Wo denken Sie hin! Für die bin ich der Herr Direktor Dr.Osterbrandung!

Aber zu den 200€ habe ich noch was zu ergänzen. Dies ist reines Taschengeld, bei warmer Unterkunft und täglich einer warmen Mahlzeit.

Ich erwarte selbstverständlich, dass ich sämtliche Unkosten steuerlich absetzen kann.

Für Hilfskräfte, die ausdauernd fleißiig sind und sich bewähren, würde ich auch mehr bezahlen, z.B. 300€. Die

bekämen auch einen anderen Overall als Dienst- und Freizeitkleidung, in rot oder auch wahlweise in orange. Falls

meine Diener mal ausgehen wollen, z.B. einen Bummel im Stadtpark machen, können Sie auch andere Sachen an-

ziehen. Die abgelegten alten Kleider von mir und meiner Familie stehen ihnen dann selbstverständlich zur Ausleihe zur

Verfügung.

Für die ganz Tüchtigen hätte ich noch fantastische Aufstiegschancen vorgesehen. Solche können bei mir Butler,

Chauffeur, Koch, Chefgärtner werden. Die verdienen dann selbstverständlich mehr und erhalten als Arbeitskleidung eine

schmucke Uniform. Außerdem: Falls von dem Essen meiner Familie und den erlauchten Gästen mal was übrig

bleibt,dürfen die besser gestellten Diener sich an den Resten laben. D.h. sie können manchmal auch Kaviar, Trüffel

u.s.w. köstigen.

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G.H.: Aber die Küchenkost für die Dienerschaft klingt doch recht bescheiden.

B.O.: Die kann auch nichts anderes erwarten. Überhaupt: Was soll dieses maßlose An-

spruchsdenken! Daran krankt unsere Gesellschaft.

G.H.: Wie stellen Sie sich die Altersversorgung der über 65- oder 70-jährigen ihrer Diener-

schaft vor? Zahlen Sie für diese Rentenversicherungsbeiträge zur rechten Zeit?

B.O.: Für die Alten habe ich ebenfalls einfache, aber geniale Lösungen. Mein ausge-

dienter Schweinestall wird etwas umgebaut und die Senioren und Senorinnen können dort einziehen. Meine Diener-

schaft kann denen dann übrig gebliebene Graupensuppe bringen. Verhungern werden die schon nicht.

Natürlich kann nicht jeder ein Luxuszimmer mit eigenem Fernseher erwarten. Es langt schließlich ein Gemeinschafts-

fernsehraum. Ein Problem der Alten ist doch die Einsamkeit. Auf diese Weise wird so ganz nebenbei die Kommuni-

kation gefördert.

G.H.: Nur ein Fernseher für 10 bis 20 Ältere? Ist das nicht zu wenig. Nicht alle wollen immer das gleiche Programm

gucken.

B.O.: Das sollen die unter sich ausmachen. Außer Fernsehen gibt es noch andere Dinge, mit denen sich jeder seinen

Lebensabend verschönern kann, z.B. Gesellschaftsspiele wie Schinkenklopfen, blinde Kuh oder Topflöopfen.

Sie sehen, mit etwas Fantasie lässt sich vieles bewerkstelligen.

G.H.: Vielleicht können die älteren Damen und Herren nicht mehr auf dem Boden rumkrabbeln und Topfklopfen spielen.

B.O.: Es existieren noch andere, schöne Gemeinschaftsspiele, z.B. Ich seh etwas, was du nicht siehst oder Ich kenne

ein Tier, dass du vermutlich auch kennst. Also: Mit Kreativität lässt sich vieles ermöglichen.

FDP Alte
G.H.: Wie werden die Kinder ihrer Dienerschaft versorgt? Mit 200 € oder 400 €, wenn beide Eltern

bei Ihnen arbeiten, ist das kaum möglich.

B.O.: Das ist sehr wohl möglich. Selbstverständlich dürfen die Kleinen bei der Dienerschaft

kostenlos mitessen. Und für leichte Arbeiten und Aufgaben, etwa 2 bis 3 Stunden täg-

lich, z.B. den Alten, schon etwas Sehschwachen, aus der Zeitung vorlesen oder Aus-

führen meiner wertvollen Rassehunde, bekommen sie sogar ein Taschengeld ge-

schenkt, vielleicht 3 bis 10 € monatlich, je nach Alter.

G.H.: Hört sich mickrig an.

B.O.: Schon wieder dieses maßlose Anspruchsdenken! Die Kinder sollen den Wert des Euro schätzen lernen. Sich ein-

schränken muss wieder eine Tugend werden.

Ich und meine Gattin schränken sich auch ein.Unseren Fahrzeugpark haben wir von 6 auf 5 Autos reduziert, das sind

17% weniger als vorher.Und unsere Zweitjacht im Mittelmeer haben wir verkauft, das ist eine Reduzierung von sage

und schreibe 50% !

G.H.: Oh, das ist ja eine gnadenslos brutale Einschränkung für Sie.

Erhalten die Kinder ihrer Dienerschaft auch Kleidergeld?

B.O.: Das brauchen sie nicht. Für die werden Altkleidersammlungen durchgeführt. Kinder bis 10 können im Sommer drau-

ßen und im Winter in geschlossenen Räumen nackt rumlaufen. In füheren Jahrhunderten war dies nichts Außerge-

wöhnliches. Die meisten Kinder von heute sind viel zu viel verweichlicht.

G.H.: Laufen ihre eigenen Kinder auch nackt in der Wohnung rum?

B.O.: Dies kann man nicht vergleichen, das ist was völlig anderes. Meine Kinder sind nämlich Sprösslinge von Edel-

leuten.

G.H.: Sagen Sie mal, Herr Direktor Dr. Boldo Osterbrandung! Glauben Sie, dass die FDP-Mitglieder ihre Aufassungen

teilen?

B.O.: Hhm, vielleicht nicht Alle. Es gibt sogar ausgesprochene Sozialutopisten in dieser Partei. Da sagte doch letztens

ein junger Schnösel, ein Jungliberaler: Nicht alles, was die Gewerkschaftler sagen ist automatisch auch immer

schlecht.

G.H.: Wie denken Sie über Gewerkschaften?

B.O. Die bestehen aus einem Haufen Neidhammel, Faulenzern, Radaubrüdern und Krawallschwestern. Gewerkschaften

sind überflüssig wie ein Kropf. Jeder ist schließlich seines Glückes Schmied.

Und was für rüde Methoden die pflegen. Arbeitskämpfe schließen die nicht aus und dann noch dieses obszöne

Wort, dass mit S anfängt.

G.H.: Sie meinen Streik?

FDP Katze
B.O.: Ja. Lohn- und Gehaltserhöhungen würde es auch ohne Gewerkschaften geben.

Wenn ein Produktionsarbeiter nach 3 Jahren aufopferungsvoller Hingabe an die

Firma meint, er müsse 10€ pro Monat mehr verdienen, damit seine liebe

Katze, statt nur Trockenfutter auch mal ab und zu Dosen-Nassfutter ange-

boten bekommt, dann wird kein Personal- oder Firmenchef sich diesem An-

sinnen verschließen.


Bilderherkunft: GIF-Bilder:gifart.de (2)

andere Bilder (4). Schorsch Schnabbelschnut

Weitere Informationen:

Zu den Themen Parteien und Gewerkschaften empfehle ich die Anekdoten

Ministerin besucht Schule www.hessischeanekdoten.de/68301.html

Mitgliederweerbung www.hessischeanekdoten.de/40734.html

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